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Offshore news

Startschuss am Independence Day

STARTSCHUSS AM INDEPENDENCE DAY

German Renewables Shipbrokers haben sich auf Spezialtonnage für den Offshore-Sektor spezialisiert

Der 4. Juli, der „Independence Day“, ist der Nationalfeiertag der USA. Er ist aber auch für Matthias Mroß und Philippe Schönefeld ein ganz besonderer Tag. Denn am 4. Juli vergangenen Jahres haben sie ihr Unternehmen German Renewables Shipbrokers gegründet. Eine Unabhängigkeitserklärung mussten sie zwar nicht unterzeichnen, aber ihr Unternehmen im Handelsregister eintragen lassen. „Und das geschah halt am ersten Montag des vergangenen Juli“, sagt Matthias Mroß.

Bedeutender für ihr gemeinsames Projekt, die Etablierung eines Schiffsmaklers, der sich ausschließlich mit Spezialtonnage für Offshore Windenergie-Projekte beschäftigt, war denn auch ein Ereignis knapp vier Monate vor dem besagten 4. Juli. Als es infolge des Erdbebens und des Tsunamis in Japan am 11. März zu mehreren Kernschmelzen in den Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima kam, wussten die beiden Unternehmer, dass ihre Zeit gekommen war – so traurig das klingt. „Uns war klar, dass die Erneuerbaren Energien dadurch deutlich Auftrieb bekommen würden“, blickt Mroß zurück. Sie sollten Recht behalten. Nur wenige Tage nachdem in Fukushima etwa 10 bis 20 Prozent der radioaktiven Emissionen von Tschernobyl freigesetzt worden waren, vollzog Bundeskanzlerin Angela Merkel die atompolitische Kehrtwende. Aus der Laufzeitverlängerung vom Herbst 2010 wurde der Atomausstieg, der am 30. Juni 2011 vom Bundestag beschlossen wurde.

Lang gehegter Traum. Als es soweit war, waren Mroß (38) und Schönefeld (32) gut vorbereitet, hatten sie doch schon seit etwa zweieinhalb Jahren an der Verwirklichung ihrer Idee gearbeitet, Marktanalysen gemacht und Kontakte geknüpft. Dabei hatten sie schon in ihren vorherigen Jobs in der Schifffahrtsbranche mit dem Windsektor zu tun. Wirtschaftsingenieur Schönefeld war zuletzt bei der Rickmers Gruppe in Hamburg für die Entwicklung des Geschäftsbereichs Offshore Wind verantwortlich. Schiffbauingenieur Mroß hat viele Jahre in Ingenieurbüros, Werfen und Reedereien gearbeitet. Vor der Gründung von German Renewables Shipbrokers führte er die Neubauabteilung der Reederei Thomas Schulte mit Werftentandorten in
China und Ko-
rea. Bei ihrem
gemeinsamen
Unternehmen
ergänzen sie
sich nach eige-
ner Auskunft gut. Schönefeld: „Matthias Mroß übernimmt vor allem den technischen Part, während ich die Geschäftsentwicklung schwerpunktmäßig vorantreibe.“

Mit ihrem Schiffsmaklerbüro bringen sie Eigner von gebrauchter und Neubautonnage mit Käufern oder Charterinteressenten zusammen. Allerdings gehören auch zahlreiche Beratungsdienstleistungen oder auch das Ausarbeiten von Charterund Kaufverträgen zum Angebot. „Dass wir vergleichsweise breit aufgestellt sind, liegt auch daran, dass der Markt noch

sehr jung ist“, sagt Mroß. Die Abläufe bei der Geschäftsanbahnung sind noch längst nicht so eingefahren, wie im klassischen Schifffahrtsgeschäft. „Die Windenergie-Anbieter arbeiten bisher noch kaum mit Maklern, auch weil es bisher nur wenige Spezialisten wie uns gibt. Da kümmert sich noch häufig direkt der Einkauf des Projektierers, Windparkbetreibers oder auch des Anlagenbauers darum, die notwendige Installationsoder sonstige Tonnage zu beschaffen“, gibt Mroß ein Beispiel.

Für die Unternehmen ist das teuer und riskant. Denn zum einen sind die eigenen Mitarbeiter in diesen Fällen abseits des eigentlichen Kerngeschäfts unterwegs. Zum anderen kann man leicht daneben liegen. Denn die benötigten Schiffe sind rar, „und die Raten schon fast so volatil wie in anderen Schifffahrtssektoren wie beispielsweise dem Öl und Gassegment“, betont Mroß. Bei einer Tagesrate für ein großes Installationsschiff von bis zu 140 000 EUR kann es schnell richtig ins Geld gehen, wenn man den falschen Zeitpunkt erwischt.

Allerdings ist es schon schwierig, überhaupt geeignete Tonnage zu finden. Allein für die geplante Errichtung von Windparks in Nordund Ostsee fehlen Experten zufolge mindestens 500 Schiffe. Und es sind nicht etwa nur die Installationsschiffe, die knapp sind. Je Errichter-Einheit seien noch 10 bis 30 andere Schiffe nötig, unterstreicht Mroß. Dazu zählen Einheiten für die Materialversorgung, aber auch solche, welche die Arbeiter zwischen den Anlagen shutteln und sie gegebenenfalls auf See beherbergen.

Henne-Ei-Problem. Dabei steckt die Branche gleich zweifach in der Klemme. Punkt eins: Der konkrete Schiffsbedarf lässt sich nur festlegen, wenn die Logistikkonzepte stehen. Die wiederum können aber nur festgezurrt werden, wenn klar ist, dass die für das jeweilige Konzept vorgesehene Tonnage auch am Markt verfügbar ist. Punkt zwei: Für signifikante Investitionen in entsprechende Schiffe fehlt den Reedern die Planungssicherheit und der finanzielle Spielraum. Denn Banken sind mit Blick auf das noch recht kleine und sehr spezielle Segment besonders zurückhaltend – auch weil die Charterperioden mit in der Regel sechs Monaten bis zu einem Jahr vergleichsweise kurz sind. Das 5 Mrd. EUR schwere Förderprogramm der KfW für den Offshore-Sektor komme indes auch nicht in Frage, sagt Mroß. Einzelne Schiffsneubauprojekte seien dafür viel zu klein.

Vor diesem Hintergrund droht der deutschen Reederschaft ein potenziell äußerst lukratives Geschäftsfeld vor der Nase wegzuschwimmen. Mroß: „In Deutschland gibt es heute nur ein paar ganz wenige spezialisierte Tonnageanbieter. Dafür drängen Gesellschaften aus Großbritannien und den Niederlanden in den Markt.“ Hintergrund: Die Niederlande haben als Land, das teilweise unterhalb des Meeresspiegels liegt, seit eh und je Erfahrungen im Bau auf hoher See. Und die Briten sind früher und deutlich beherzter als die Deutschen in den Offshore-Windsektor eingestiegen, weshalb sich schon Anbieter etabliert haben.

Dabei kann es sich für deutsche Tonnageeigner auch langfristig lohnen, jetzt Mut zu beweisen und in das Segment einzusteigen. Denn die ausländischen Anbieter haben zwar derzeit die Nase vorn, aber nur im küstennahen Bereich. „So weit weg von der Küste, wie es bei den geplanten oder schon im Bau befindlichen deutschen Windparks in Nordund Ostsee geschieht, werden Niederländer, Briten und Skandinavier erst in einigen Jahren gehen“, betont Mroß und ergänzt: „Da können sich die Deutschen heute einen Knowhow-Vorsprung erarbeiten.“

Einen Vorsprung erarbeiten wollen sich auch die German Renewables Shipbrokers Mroß und Schönefeld, auch wenn sie – wie gesagt – derzeit noch viel „Aufbauund Überzeugungsarbeit“ leisten müssen. Gestützt auf ihre Erfahrung, eine gut gefüllte Schiffsdatenbank und ihre Kontakte in alle Welt sind sie sich aber sich, „dass wir der führende Schiffsmakler im deutschen und europäischen Offshore-Windgeschäft werden“. DVZ 3.3.2012

 

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