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Offshore news

GRS in interview with HANSA International Maritime Journal

More and more want offshore-wind 

HANS Maritime Jounrnal international 3

 

 Offshore-Windkraft ist in Nord- und Mitteleuropa groß geworden. Jetzt wollen auch andere die ausgereifte Technologie einsetzen. Wie sehen dabei die Chancen für Reeder von Offshore-Schiffen aus?  Von Felix Selzer

 Einen Push für Offshore-Windkraft gibt es durch bestehende und neue Klimaziele schon lange. In Europa hat man es vorgemacht, andere wollen es nun gleichtun. Als eines der besten und vielversprechendsten Beispiele nennt Matthias Mroß, Managing Partner von Global Renewables Shipbrokers in Hamburg, Taiwan. Der dortige Markt sei sehr interessant, so der Broker.

In den nächsten fünf bis sieben Jahren sollen in Taiwan 5,5 GW installiert werden. ≫In Taiwan hat man das deutsche System relativ stark kopiert. Was Anreize und das Vergütungsmodell für Stromeinspeisung angeht, ist das wie bei uns vor einigen Jahren. Nun findet  ebenfalls recht zügig der Wandel zu einem Ausschreibungsmodell nach deutschem Vorbild statt≪, sagt Mroß. Zudem gebe es den politischen Willen, einen Teil dieses Ausbaus gemeinsam mit ausländischen Investoren umzusetzen. Anfang April hatte beispielsweise Siemens Gamesa den Auftrag für eine 120MW-Erweiterung des taiwanischen Offshore-Pionierprojekts Formosa 1 erhalten. Er beinhaltet 20 direkt angetriebene Windenergieanlagen und die Wartung und Instandhaltung über 15 Jahre. 2019 ist Baustart.

Ebenso geplant ist, nach einer solchen ≫Lernphase≪ einen weiteren Teil aus eigenen Kräften und mit eigener Industrie zu schaffen. ≫Was Komponenten und Schiffe angeht, ist die Offshore-Wind- Branche eine High-Tech-Industrie, das wird also ein steiler Weg für Taiwan≪, so der Experte. Derzeit ist man dort noch in etwa auf dem Stand wie Deutschland vor zehn Jahren, als es noch kaum Erfahrung gab. Auch die Taiwaner müssen sich das Know-how erarbeiten, haben aber nicht wie Deutschland Offshore-Schwergewichte wie Dänemark, Norwegen, Großbritannien oder die Niederlande zur ≫Nachbarschaftshilfe≪. Daher sind dort viele europäische Generalunternehmer aktiv.

China macht es selbst

 Im benachbarten China ist bereits viel Kapazität installiert, bisher eher im Nearshore-Bereich, aber auch in tiefere Gewässer dringt man vor. Insgesamt 14 Offshore-Windenergieprojekte wurden im Reich der Mitte 2017 genehmigt, die Kapazität liegt bei fast 4.000MW, das Investitionsvolumen beträgt umgerechnet 9,8Mrd. €. Der chinesischen Offshore-Windenergiebranche sagen manche Experten gar eine ≫goldene Phase≪ voraus. Allein im Zeitraum 2017 bis 2020 konnten die Chinesen dann bis zu 195,8 Mrd. € in Offshore-Windenergie pumpen.

Allerdings zeigt sich der Markt ausländischen Unternehmen gegenüber sehr verschlossen, laut Mroß besteht eine enge Verwobenheit der Akteure. Nicht selten seien Windparkbesitzer auch gleichzeitig Reedereien, Werften und Ingenieurbüros. ≫Es gibt nicht diese Aufteilung der Wertschöpfungskette in Spezialfirmen, die jede für sich so effizient wie möglich arbeitet. In China liegt alles in sehr wenigen aber breit aufgestellten Händen≪, erklärt Mroß.

Was die chinesischen Offshore-Wind-Schiffe angehe, seien die Standards nicht mit denen in Nordeuropa zu vergleichen, das gelte für Sicherheit, Komfort und andere Bereiche. Teilweise kommen umgebaute Fischtrawler zum Einsatz. Schon allein auf Seiten der Infrastruktur bestehen hier also für ausländische Entwickler Hürden.

»Ein super Markt «

Nicht nur in Fernost, weltweit setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass sich Offshore-Wind mittlerweile auch ohne Subventionierung rechnet. Damit lassen sich einerseits Klimaziele erreichen, andererseits bedeutet Windkraft Unabhängigkeit, denn Wind kann niemand – wie Öl, Gas oder Kohle – abstellen. Immer mehr Länder machen sich laut Mroß daher an Offshore-Wind-Projekte – wenn geeignete Gewässer vorhanden seien, denn bisher seien Floating-Offshore-Lösungen noch nicht so etabliert. 

Indien hat erst vor kurzem eine Ausschreibung für die Entwicklung des ersten Offshore-Windparks gestartet – man steigt gleich bei 1GW ein, das wären etwa drei durchschnittlich große deutsche Windparks. 

In den USA wirken sich indes die wenig klimafreundliche Politik von Präsident Donald Trump und der Aufstieg des Landes zum Ölexporteur kaum negativ auf die Windkraft aus. Der Broker von GRS vergleicht die Netzanbindung und Strompreise in den USA mit der Situation in der EU. Netze und Preise sind regional unterschiedlich, so kostet die Kilowattstunde im Öl-Staat Texas deutlich weniger als in den Neuenglandstaaten, wo die Preise auf ähnlichem Niveau wie in Nordeuropa liegen. Und so rechnet sich auch im Nordosten Offshore-Windkraft und soll ausgebaut werden, Pläne gibt es auch für die Großen Seen. Offshore-Wind-spezifische Spezialschiffe fehlen vielfach noch, gerade die Seen stellen eine spezielle Herausforderung dar.

 »Ein super Markt«, sagt Mroß über die USA, allerdings sei er durch den Jones Act für ausländische Reedereien und Manager beschränkt. Die ausländischen Märkte seien aber in jedem Fall höchst interessant. Wer in Nordeuropa bestehe, der könne nun langsam nach Asien und Amerika ausbauen. Allerdings sei hier mehr als nur ein Schiff gefragt, man müsse komplette Dienstleistungen anbieten können. Hier lohnt ein Blick auf die Flotte. Die meisten Schiffe, selbst die großen, sind oftmals nicht sehr flexibel einsetzbar. Sie sind, abgesehen von schnellen Crew Transfer Vessels (CTV), oft für nicht mehr als 12 kn vorgesehen, Jack-Ups sind noch langsamer. Zudem sind die Schiffe in den größeren Segmenten oft so teuer, dass eine Mobilisierung nach Fernost sich nicht rechnet. »So etwas macht man nicht für einen Job von ein paar Monaten, da muss schon richtig viel in der Pipeline sein«, so Mroß. Die Kosten für die Mobilisierung müssten auf mehrere Einsätze verteilt werden können.

 Bottlenecks bei großen Schiffen

 Diese Auftrags-Pipeline zu erhalten sei aber schwierig. In einer Region wie Taiwan ist das Geschäft genauso saisonal wie in Europa – wenn in Taiwan Sommer ist und gute Arbeitsbedingungen herrschen, ist das auch in Europa der Fall. Die schlechte Zeit zieht sich durch Taifune noch länger hin. Anstatt zwei oder drei Monate wie in Nordeuropa herrschen dort oft sechs Monate Zwangspause. »Da sind noch ein paar Hürden zu nehmen. Dazu wird der Markt auch in Europa bei den Schiffen mit großen Krankapazitäten dünn«, sagt Mroß. Da blieben viele eher hier.

Die mittelgroßen Schiffe sind dagegen auch in abgelegenen Gegenden einigermaßen verfügbar, viele Einheiten aus dem Öl-&-Gas-Bereich sind in Amerika und Asien (Singapur) stationiert. Wegen der Überkapazitäten bei Öl & Gas ist das Angebot gut. Ein Problem stellen hier höchstens politische Maßnahmen dar, die alte Tonnage heraushalten sollen. Dabei sind dem Experten zufolge viele ältere Schiffe bestens gepflegt und günstig zu bekommen. Bei den ganz kleinen Schiffen, die nicht auf eigenem Kiel ans andere Ende der Welt gelangen können, macht ein Verkauf oder eine langfristige Stationierung mehr Sinn als eine Vercharterung.

Kabelleger sind Mangelware, bei CTVs gibt es leichte Überkapazitäten, erst recht bei den Platform Supply Vessels (PSV). Bei Service Operation Vessels (SOV) ist die Lage ausgeglichen. Bei den älteren Installationsschiffen und Jack-Ups mit kleineren Krankapazitäten, die oft nur noch für Wartungsaufgaben genutzt werden, besteht mittlerweile ein Überangebot. Ganz anders sieht es aber mit Blick auf die großen Windkraftanlagen der Zukunft aus. »Für Windturbinen mit 9-10 MW gibt es noch keine Tonnage. Diese Schiffe müssen neu gebaut werden oder man muss gute bestehende Einheiten upgraden. Hier gibt es definitiv einen Bottleneck≪, sagt Mroß

 

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